Der Bereich Demokratie stellt das größte Arbeitsgebiet unseres Büros dar. Mit unserer Arbeit wollen wir einen Beitrag für eine Gesellschaftsordnung in der Türkei leisten, welche die Rechte seiner MitbürgerInnen unabhängig von Geschlecht, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit achtet und schützt. Dabei steht die Gesellschaft vor einer nicht geringen Aufgabe. Denn um den Schutz und die Garantie der religiösen oder ethnischen Minderheiten zu realisieren, muss man sich von historisch tief verwurzelten Haltungen und Traditionen lösen. Gerade aber historisch verankerte Vorstellungen prägen stark die Identität eines Landes. Gegen die Diskussion oder Infragestellung derartiger Haltungen werden Tabus errichtet, die wie ein nahezu unumstößlicher Fels den Weg zur Demokratie verstellen. Daher bedarf es bei der Bearbeitung dieser Themen besonderer Sensibilität; es bedarf Respekt vor Traditionen, aber gleichzeitig auch Kritik an den Traditionen, die als Argument gegen eine Verwirklichung gleicher Rechte für alle MitbürgerInnen herangezogen werden. Hierzu trägt auch die Debatte über die Historizität von Vorstellungen und politischen Systemen bei. Denn was einmal "gut" war, muss heute noch lange nicht mehr gültig sein. Mit einem derartigen Geschichtsverständnis ist es auch leichter, sich der für die Demokratisierung jeder Gesellschaft erforderlichen Auseinandersetzung mit dunkeln Kapiteln der eigenen Geschichte anzunähern. Gerade das international gewandelte Verständnis zu Gender ist ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich von überholten Vorstellungen zu befreien. Unsere Arbeit wird von davon geleitet, international geltende Menschenrechtsstandards als Maßstab an die aktuelle Lage anzulegen.
In unserer Arbeit im Bereich Demokratie bearbeiten wir folgende Themen :
- Der Reformprozess der Türkei auf dem Weg in die Europäische Union
- Religion und Demokratie
- Militarismus
- Nationalismus, Vergangenheitsbewältigung, Diskriminierung
Demokratieförderung
Geschlechterpolitik








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